One more Story '99
© by Barby Hagemann


Gedankenverloren blickt Patricia aus dem Fenster, Ihre blassen Hände waren über den Aufzeichnungen, die sie sich für ihre Geschäftspartner gemacht hatte , verschränkt. Als der Wagen die Auffahrt zu ihrem neuem Schloß und Heim anfur, war sie erleichter darüber, ihr Ziel gleich erreicht zu haben. Doch plötzlich wurde ihr Blick starr, und ihr blieb nicht mehr die Zeit, irgend etwas zu unternehmen. "Patriciaaaa!"  Ehe sie begreifen konnte, was grade passierte, wurde die Autotür aufgerissen, und grobe Hände zerrten Patty aus dem Auto. Blitzende Fotoapperate blendeten ihre müden Augen, Schreie hallten in ihren Ohren. Für einen Augenblick wußte sie nicht mehr, wo sie war, und was mit ihr geschah. Endlich hatten die Security eine Chance, einzugreifen, und befreiten Patricia so gut und shnell sie konnten aus der Fanmenge. An das Schloß zu fahren, hatte nun wenig Sinn... außerdem wollte die junge Frau nur noch eins: weg hier! Besorgt drehte sich ein Sec um und wollte wissen, ob mit ihr alles in Ordnung war, ... doch sie brachte nur ein leises und verzweifeltes Schluchtzen heraus. Auch der Treffpunkt mit ihrem Bruder Jimmy hatte verschoben werden müssen, da sich an dem ürsprünglich vereinbarten Platz eine riesen Fanhorde gesammelt hatte. Und im Moment war Patricia zu ängstlich, das durchzustehen.... nachdem, was ihr grade wiederfahren war. Jimmy wartete in der Hotelhalle auf sie. Als er sie sah, war er besorgt: "Hey, alles okay?" Mit Mühe unterdrückte sie ihre Tränen und erzählte ihm alles. Jimmy schüttelte verständnislos den Kopf und umarmte seine Schwester beschützend: "Also wenn mir noch einmal jemand erzählt, daß ich mir das wieder antun soll.... dann nehme ich eine Knarre und erschieße ihn!" Patricia lächelte. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zu ihren anderen Geschwistern. Sie waren alle getrennt unterwegs gewesen, um verschiedene Dinge zu erledigen. Jimmy und Patricia schienen als letzte anzukommen. Denn in der Hotelhalle waren alle anderen Kellys bereits versammelt: Maite und Barby blätterten in einer Zeitschrieft, Joey heckte einen neuen Trainingsplan aus, Kathleen und John unterhielten sich ruhig und Patrick hatte grade einen Lachkrampf, weil Angelo irgend einen Witz gerissen hatte: "Hey, Pad, krieg dich wieder... da sind ja Patricia und Jim!" Patrick stand auf um seine Geschwister zu begrüßen: "Hey kennt ihr den....," John, der nun hinter ihn stand, gab ihm einen Stubs. Jimmy begann Patricias Geschichte zu erzählen, und augenblicklich wurde es ruhig. Barbys Blick verwandelte sich zu einem wütenden Ausdruck. Maite legte ihren Arm um sie, doch sie stand auf und ging mit Joey, der solche Geschichten bereits auswendig kannte und trainieren wollte, weg. John und Kathleen sahen sich an und seufzten, Angelo fragte: "Und ... geht es dir gut?" Patricia nickte leicht: "Ja, ... nur mein Magen... entschuldigt mich." Langsam entfernte sie sich. Diesen Abend würden die Kellys wahrscheinlich ohne sie on stage gehen müssen. Diese Sache hatte einfach zu sehr an ihren Nerven und ihrer Gesundheit gezogen. Patricks fröhliche Stimmung war mit einem Mal verschwunden. Traurig sah er Jimmy an. und obwohl er nichts sagte, wußte Jimmy genau, was der Blick seines Bruders ausdrückte. Langsam wande Patrick seine Augen von ihm ab, drehte sich ruckartig um und schlug die Türe hinter sich zu. Angelo wandte sich Jimmy zu und sagte leise: "Jim... du hast das einzig richtige getan!" Schließlich folgte er Patrick in sein Hotelzimmer. Dieser stand am Fenster und blickte hinaus. In seinen Augen hatten sich Tränen gebildet, doch nicht aus Trauer, sondern eigendlich mehr aus bodenloser Wut. Angelo stellte sich neben ihn: "Arme Patricia." Fast unmerklich schüttelte Patrick den Kopf: "Manchmal hasse ich sie! Was gibt ihnen das Recht, meiner Schwester weh zu tun! Was zur Hölle ist eigendlich ihr Motiv, wenn sie so etwas tun!" Angelo hob seine Augenbrauen: "Keine Ahnung. Vielleicht Egoismus... materielle Dinge." Nach einer Zeit des Schweigens meinte er vorsichtig: "Früher wäre so etwas nicht passiert." Patrick ging auf diesen Kommentar nicht ein. Angelo sah auf Patricks Hand, die sich zu einer Faust gebieldet hatte, wenn er sie nicht bald entspannen würde, würde der Bleistift in seiner Hand brechen. Endlich sagte er: "Weißt du, ich... ich verstehe das einfach nicht! Wir geben ihnen doch so viel, wir geben ihnen schöne Musik... und noch viel mehr. Sie sollen uns lieben, doch in Wahrheit hassen sie uns!" "Das glaube ich nicht, Pad, sie hassen uns nicht. Sie sind einfach verrückt nach uns." Patricks Stimme war laut geworden, mittlerweile schrie er beinahe, ohne es zu merken: "Sie sind Lügner, das sind sie! Sie sagen, sie lieben uns, dabei sind wir für sie nur Spielzeug, schön zum Anschauen und Tauschen, mal kurz einen Arm ausreißen...." Kritisch betrachtete Angelo seinen Bruder: "Ja, doch... irgendwie ist da etwas Wahres dran." "Verdammt noch mal, sie können doch nicht einfach daher kommen und unsre Schwester angreifen! Wie um alles in der Welt soll das einmal weiter gehen! Wo führt das alles noch hin! Und für wen, frage ich mich, für wen machen wir eigentlich unsre Musik! Denn diese Menschen haben sie bei Gott nicht verdient!" Irgendwann schnappte Patrick seine Jacke und verließ das Hotel. Am Abend gaben die Kellys ein Konzert und wie immer ihr bestes. Patricia konnte heute nicht mit auftreten. Jimmy saß im Backstagebereich und hörte zu. Daß die Fans ihn nicht wirklich zu vermissten schienen, bestärkte seinen endgültigen Entschluß höchstens. Und für ihn war klar: abgesehen von ein paar Launen würde er nicht mehr wieder kommen. Und er könnte es nur allzu gut verstehen, wenn bald noch jemand seinem Beispiel folgen würde.

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